GravitySketch: dreidimensionales Zeichnen mit Augmented Reality

GravitySketch

Zuerst dachte ich, mir sei ein verspäteter Aprilscherz vor die Flinte gelaufen, aber das ist tatsächlich echt: Eine Gruppe von Studenten des Royal College of Arts hat ein Grafiktablett entwickelt, mit dem man sozusagen “in den Raum” zeichnen kann. Soll heißen: Mit dem Teil ist es möglich, die Zeichnung frei zu drehen und dreidimensional zu verschieben, so dass man jederzeit die Perspektive und die Ebene wechseln kann.

Das Projekt nennt sich GravitySketch und besteht aus einem Pen und einem Pad sowie einem beliebigen AR– oder VR-Gerät (z. B. Oculus Rift). Wenn man anfängt zu zeichnen, erscheint das Objekt vor einem – als wäre es tatsächlich da. Das tolle daran ist, dass andere User simultan andocken können, um mitzuarbeiten oder einfach nur zuzuschauen. Die Daten, die dabei entstehen, können problemlos an einen 3D-Drucker übertragen werden, der das Ganze dann in die Realität umsetzt. Wahnsinn.

Genauso spannend wie das Tool an sich finde ich den dahinter steckenden Grundgedanken: GravitySketch wurde vor allem als kreatives Werkzeug konzipiert, mit dem man seine Ideen sofort visuell umsetzen kann. Es soll sozusagen die Schwächen des zweidimensionalen Zeichnens und Entwerfens beheben:

“As a team of innovation design engineers we set out to develop a tool not only for creatives but a tool that could change the way we create 3D content.

Our main driver was Howard Gardner’s theory of multiple intelligences, we tried to envision how to materialize our ideas in a more intuitive way. By relying on our spatial intelligence. There are eight types of intelligences. One of them is spatial intelligence is the ability of the mind to visualize objects in detail and navigate through them.”

People that have a strong spatial intelligence are known as visual thinkers. Creative environments, are usually formed by people with very strong spatial intelligence.”

Ich finde das extrem spannend. Was man damit alles anstellen kann – du denkst dir was aus und hast quasi on the fly einen Prototyp davon. Ein bisschen weiter gesponnen, ist das tatsächlich eine neue Form der Kommunikation (oder zumindest eine starke Erweiterung): Du entwirfst im Geist ein Objekt und andere können bei der räumlichen Entstehung desselben zusehen.

Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, hier sind ein paar weiterführende Links:

gravitysketch.com
Gravity tablet makes 3D drawing “as easy as doodling on a piece of paper” (dezeen magazine)

Marvin Mügge

Marvin Mügge

Weltraumpräsident at Weltenschummler
Gonzo-Journalist. Hat als Einziger das Ende von Lost verstanden und eine hohe Trash-Toleranzgrenze. Serienaddict, Kinogänger, Medienkritiker, GIF-Sammler und gescheiterter Physiker. Gründer von Weltenschummler.
Marvin Mügge
- 3 Wochen ago
Marvin Mügge