Guardians Of The Galaxy ist pures Gold – Eine Liebeserklärung.

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©Marvel 2014

Ich möchte mit Euch über “Guardians Of The Galaxy” reden. Und ich nehme es gleich vorweg: Ich kann das hier nicht Filmkritik nennen. Es ist eine Liebeserklärung. Denn ich denke ernsthaft, dass dieser Film für die heutige Generation das bedeuten wird, was seinerzeit Star Wars für meine Generation war: pures Gold.

Journalisten, die auf Treppen sitzen

Dass es einen Film namens “Guardians Of The Galaxy” geben wird, erfuhr ich, als der Trailer bei einer anderen Pressevorführung gezeigt wurde, und mein Körper reagierte spontan mit freudiger Schockstarre. Das, was man aus dem Trailer erahnen konnte, war einfach zu schön, um wahr zu werden. Ich meldete mich sofort für das Screening an. Und was soll ich sagen: Scheinbar ging es nicht nur mir so.

Das Kino ist so brechend voll, dass einige Journalisten auf den Treppen sitzen müssen – und dies auch tun (!). Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die knisternde Stimmung, der Wille unangenehme Verkrampfungen und Rückenschmerzen zu ertragen und die fast greifbare Vorfreude ist eher so, als würden wir alle darauf warten, dass gleich die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens verkündet würde. Und dann auch noch die Ansage: Wir werden die Postcredits-Scene nicht zu sehen bekommen. Die ist dem zahlenden Publikum vorbehalten. Trotzdem verlässt keiner den Raum. Zur Erinnerung: Das sind alles Menschen, die Geld damit verdienen, sich Filme anzuschauen und dann darüber zu meckern.

Guardians Of The Galaxy ist Liebe auf den ersten Blick

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©Marvel 2014

Doch heute ist nichts mit Meckern. Spätestens nach 5 Minuten, als Peter Quill tanzend eine Art kosmische Mini-Playback-Show veranstaltet und zu “Come And Get Your Love” in eine Mutanten-Ratte singt, sind wir alle verliebt in diesen Film. Und das ist keine Metapher, das meine ich wortwörtlich. Es gibt Momente, in denen Hollywood-Magie nicht nur ein verblassendes Klischee ist, sondern Kino wirklich magisch wird, und das hier ist solch ein Moment. Ein 121-Minuten-Moment.

Ihr werdet jetzt vielleicht fragen: “Warum soll ein Film mit lauter Menschen und Figuren, die ich nicht kenne, so großartig sein?”. Und ich würde am liebsten sagen: “Haltet die Klappe und geht ins Kino.” Mach ich aber nicht. Jedenfalls nicht jetzt. Ich werde es euch erklären.

Scheiße, sieht das geil aus

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©Marvel 2014

Fangen wir mal ganz oberflächlich an: mit der Optik. Weil der Kinosaal so voll ist, habe ich nur noch einen Platz ganz außen in der dritten Reihe bekommen, und vielleicht wirkt auch deswegen alles so gigantisch. “Guardians Of The Galaxy” sieht dermaßen fantastisch aus, dass ich oft einfach nur dasitze und denke: “Boah”. Wahlweise auch “Woaah” oder “Scheiße, sieht das geil aus.” Nichts an der Welt der Guardians wirkt steril oder künstlich. Alles wirkt greifbar und benutzt, glaubwürdig, selbst an strahlenden Orten wie Xandar. Man kann vollkommen abtauchen in diese Welt.

Awesome Mix Vol. 1

Und dann der Soundtrack! “Awesome Mix Vol. 1” (Amazon Partnerlink: Guardians of the Galaxy: Awesome Mix, Vol. 1). So heißt das Mixtape, das Peter Quill als kleiner Star-Lord von seiner Mutter bekam und das seitdem auf seinem Walkman (Ja, genau. Seinem Walkman.) in Dauerschleife läuft. Es gibt nur wenige Regisseure, die es schaffen, den Soundtrack so geschickt einzusetzen wie James Gunn in diesem Fall. Und ich rede hier nicht nur von Timing, ich rede auch von der Songauswahl. Gunn hat es mit dem poppig-souligen Retro-Mixtape und Songs wie “Escape (The Pina Colada Song)“, “Moonage Daydream” von David Bowie oder “I’m Not In Love” von 10CC geschafft, eine Verbindung zwischen der fremdartigen Filmwelt und unserer Welt herzustellen, weil er Songs aus den 70ern und 80ern ausgewählt hat, die jeder schon mal gehört hat und die eigentlich so gar nicht zu einem Weltraum-Abenteuer passen. Außerdem hat er große Teile des Scores schon im Vorfeld komponieren lassen und die Musik während des Drehs am Set gespielt, damit die Schauspieler ein Gefühl dafür bekommen, welchen Unterton die jeweilige Szene hat. Smarter Move.

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©Marvel 2014

Indiana Jones meets Han Solo

Die Figuren: Chris Pratt hat es geschafft, Peter Quill aka Star-Lord als eine Mischung aus Indiana Jones und Han Solo zu inszenieren. Pratts Star-Lord ist bockig und selbstverliebt. Ein Haudegen der alten Schule mit einem Hang zum Idealismus – und unfassbar sympathisch. Kampfamazone Gamora ist mehr als ein kratzbürstiger Sidekick. Klar, sie ist knallhart und wahrscheinlich die gefährlichste von allen Guardians. Dass sie dabei trotzdem weiblich wirkt und so in einigen Szenen eine subtile Komik zu Tage fördert, ist Zoe Saldana zu verdanken, die Gamoras Verunsicherung ob ihrer eigenen Mädchenhaftigkeit wirklich ganz zauberhaft spielt. Dave Bautista stand mit Drax vor der Herausforderung, nicht in in stereotype Schemata zu verfallen: Die Figur mit dem wohlklingenden Beinamen “The Destroyer” ist eine von Rache getriebene, bullige Kampfmaschine, und die Art und Weise wie Bautista aus Drax einen naiv-treuen, sensiblen und urkomischen Kumpel macht, lässt vergessen, dass der Mann eigentlich mal ein Wrestler war.

Von Waschbären und Bäumen

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Das absolute Dreamteam sind jedoch Rocket und Groot. Dank ihnen weiß ich jetzt, dass Cyborg-Waschbären und humanoide Bäume die besten Freunde sein können. Und dass CGI-Kreaturen echt rocken können, wenn die richtigen Leute das machen. Das Zusammenspiel der beiden Figuren lässt mich an beste Bud-Spencer-Terence-Hill-Zeiten zurückdenken und bringt die Leinwand zum Leuchten. Der zynische Waschbär ist eine politisch absolut unkorrekte Kreuzung aus MacGyer, Rambo und dem Grinch und lässt mich mehr als einmal mit seinen Aktionen gröhlend im Kinosessel zusammenbrechen. Groot hingegen ist dermaßen edelmütig, pragmatisch und liebenswert, dass ich ihn am liebsten adoptieren möchte. Für mich sind Rocket und Groot die beiden besten Figuren, die jemals in einem Marvel-Film zu sehen waren. Nuff said.

Realitätsflucht als Mission

Und die Story? “Guardians Of The Galaxy” ist Eskapismus pur. Das ist natürlich Marvels Stil und nichts wirklich Neues, aber irgendetwas ist dieses Mal anders. Größer. Wichtiger. Ich werde euch jetzt hier keine Inhaltsangabe vorleiern. Das machen andere besser. “Guardians Of The Galaxy” ist ein Abenteuer, das so perfekt erzählt ist, dass man glaubt, man wäre selbst dabei gewesen. Wenn ich es auf einen Begriff runterbrechen müsste, würde ich sagen, es ist eine Geschichte über Freundschaft. Es ist eine Huldigung an längst vergessene geglaubte Qualitäten des Kinos in Zeiten, in denen verschwenderischer Bombast à la Michael Bay das Box Office regiert. Special Effects sind kein Selbstzweck, sie sind Erzählsupport. Alles, aber auch wirklich alles an und in diesem Film dient der Story, die in ihrer Einfachheit (im besten Sinne) nur von ihrer Aussagekraft übertroffen wird: Das Leben ist ein Abenteuer. Habt Spaß daran.

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©Marvel 2014

Come and get your love

Ich war schon auf einigen Pressevorführungen und ich habe noch nie erlebt, dass ein mit hunderten Filmjournalisten gefüllter Kinosaal applaudiert, als der Abspann beginnt. Ich lege mich jetzt hier fest und prophezeie, dass “Guardians Of The Galaxy” der erfolgreichste Marvel-Film aller Zeiten wird, wenn nicht sogar der erfolgreichste überhaupt. Er hat das Zeug dazu, ein neues goldenes Zeitalter des Kinos einzuleiten, denn man muss Star-Lord, Rocket, Groot, Gamora und Drax auf der größtmöglichen Leinwand und in 3D sehen, um die volle Dosis Realitätsflucht zu bekommen. Ihr werdet es euch nie verzeihen, wenn ihr das nicht erlebt.

Und jetzt haltet die Klappe und geht ins Kino.


Kommentieren und Gewinnen

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Anlässlich des Kinostarts von “Guardians Of The Galaxy” verlosen wir mit freundlicher Unterstützung von Marvel zwei Fanpakete mit je 1x Basecap, 1x Sticker-Roll und 1x Schlüsselanhänger.

Die Teilnahme ist einfach: Hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag und schon seid ihr dabei! Einsendeschluss ist Sonntag, der 07.09.2014.

Rechtliches: Eine Barauszahlung und/oder ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und selbstverständlich dürfen Mitarbeiter von weltenschummler.com sowie deren Familienangehörige nicht am Gewinnspiel teilnehmen. Alle eingehenden Daten werden ausschließlich für die Verwendung in Zusammenhang mit dieser Verlosung gespeichert und entsprechend den Regelungen des Datenschutzgesetzes vertraulich behandelt. Ihr erklärt euch mit der Veröffentlichung eures Vornamens mit Wohnortangabe und ggf. eures Fotos einverstanden. Die Zustellung des Gewinns erfolgt auf dem Postweg ohne Gewähr. Eine einwandfreie Angabe eurer Daten ist Voraussetzung für die korrekte Zustellung des Gewinns. Teilnahme ab 18 Jahren und nur innerhalb Deutschlands.

Marvin Mügge

Marvin Mügge

Weltraumpräsident at Weltenschummler
Gonzo-Journalist. Hat als Einziger das Ende von Lost verstanden und eine hohe Trash-Toleranzgrenze. Serienaddict, Kinogänger, Medienkritiker, GIF-Sammler und gescheiterter Physiker. Gründer von Weltenschummler.
Marvin Mügge

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Marvin Mügge