Welcome to the future: Laserkanonen werden bald Realität

Illustration: DARPA

Illustration: DARPA

Die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz: DARPA, arbeitet zur Zeit an einem waffenfähigen Laser mit 150 kW Leistung, der leicht und klein genug ist, um an Flugzeugen montiert zu werden. Die ersten Tests mit den Laserkanonen sind für 2014 geplant.

Die DARPA ist eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums, die mit beachtlichen finanziellen Mitteln ausgestattet ist (3 Milliarden US-Dollar/Jahr) und Forschungsprojekte für die US-Streitkräfte durchführt. Schon seit Jahren wird an der Anwendung von Laserwaffensystemen geforscht: bereits Ronald Reagan träumte Anfang der 1980er von einem “Star Wars”-Programm und rief die Strategic Defensive Initiative SDI ins Leben, bei dem mit massiven Budgets an der Entwicklung von Röntgenlasern gearbeitet wurde. Doch die Ergebnisse blieben weit hinter den Erwartungen zurück und das Programm wurde eingestellt.

Kleine Schritte und große Erwartungen

Erst im April 2011 vermeldete die US-Marine ein geglücktes Experiment mit einem 15-kW-Laser, der bei einem Waffentest den Motor eines Bootes in Brand gesteckt hatte. Diese kleine wissenschaftliche Sensation weckte große Erwartungen beim Militär und in der Waffenindustrie, doch mit ersten einsatzfähigen Lasern wurde erst ca. 2020 gerechnet.

Bei dem HELLADS-Projekt (High Energy Liquid Laser Area Defense System) der DARPA handelt sich nun um einen wassergekühlten Festkörperlaser, der bis zu zehn Mal kleiner und leichter sein soll als vergleichbare Systeme. Im Juni 2011 wurde eine Pressemitteilung herausgegeben, dass erste Labortests mit der neuen Technologie erfolgreich waren. Ziel sei es, bis Ende 2012 einen Prototyp mit 150 Kilowatt Leistung zu entwickeln. Aviationweek berichtet nun, dass sowohl die US Air Force als auch die US Navy an einer Demonstration des HELLADS-Lasers bereits 2014 interessiert seien. Laut DARPA befindet sich die Entwicklungsphase im letzten Stadium, der Plan sehe vor, die Anwendung sobald wie möglich im Einsatz gegen Luft-Luft-Raketen, Granatwerfer und Boden-Luft-Abwehrstationen zu erproben und simulierte Luft-Boden-Angriffe zu fliegen.

Science Fiction goes Reality

Sollten die Tests erfolgreich sein, wird der Traum jedes “Star Wars”-Fans vielleicht schon früher Realität als bisher geglaubt. Denn abgesehen von den genannten technologischen Fortschritten in Leistung und Größe des Lasers, soll es sogar möglich sein, diesen zu schwenken und so auch zum Beispiel Raketen abzuwehren, die von der Seite oder von hinten auf einen Kampfjet zufliegen. Dies war bisher aufgrund bestimmter technischer Gegebenheiten nicht möglich, erklärt das MIT Technology Review.

Moralische Bedenken vs. Nerdträume

Und nun? Was ist so spannend an einer neuen militärischen Entwicklung? Natürlich handelt es sich hier um eine Waffe und die moralischen Fragen sind dieselben wie bei allen anderen Waffen auch. Sie sind per se eine destruktive Angelegenheit. Aber neben einem militärischen ist es auch und zuerst ein technologischer Fortschritt, und die Faszination, die von der Tatsache ausgeht, dass Star-Wars-esque Weltraumschlachten mit zuckenden grünen und roten Laserstrahlen ein kleines Stück näher gerückt sind, lässt sich nicht leugnen – auch wenn diese rein wissenschaftlich oder einfach nur aus einem gewissen Nerd-tum begründet ist und nichts mit der kriegerischen Realität zu tun hat.

Übrig bleibt also die eine, ewige Frage: Wann kommt das Lichtschwert?!

Gimmemore Laserguns on official DARPA project page

[via Reddit, nextbigfuture.com]

Marvin Mügge

Marvin Mügge

Weltraumpräsident at Weltenschummler
Gonzo-Journalist. Hat als Einziger das Ende von Lost verstanden und eine hohe Trash-Toleranzgrenze. Serienaddict, Kinogänger, Medienkritiker, GIF-Sammler und gescheiterter Physiker. Gründer von Weltenschummler.
Marvin Mügge
- 1 Monat ago
Marvin Mügge